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Der Anfang

Nachdem wir einmal mit einem Bekannten beim Kartfahren waren, war für uns klar so ein Gefährt muss her. Also wurde intensiv das Internet durchforstet. Andreas wurde dann auch bald fündig. Es war ein Swiss Hutless Kart das nur zu Ausstellungszwecken in einem Laden stand. Also wurde da schnell hin gefahren und das Kart angeschaut und siehe da das Kart war Tipp Top, also das Kart auseinandergebaut und eingeladen.

Die ersten Fahrten wurden mit dem Kart von Andreas durchgeführt, aber trotzdem wurde das Internet immer noch nach einem Kart für Daniel durchsucht. Und dann war es so weit bei ebay haben wir ein Kart der Marke Birell gefunden, ohne Bilder und mit einer sehr dürftigen Beschreibung. Als sich die Auktion dem Ende näherte wurden einfach mal 500€ geboten, Daniel meinte nur, für das Geld bekommen wir es sowieso nicht. Aber er hat sich getäuscht, die Auktion ging mit 500€ an uns.
Beim abholen des Karts stellte sich heraus das das Kart für 500€ mehr als ok war. Und so hatten wir jetzt schon 2 Karts in unserem Rennstall. Nach vielen Besuchen auf den Kartstrecken in Liedolsheim und Waldorf wurde im Sommer 2003 beschlossen ein eigenes Kart mit Motorradmotor zu bauen, mit dem Ziel viel Leistung zu haben und einfach ein haltbares Kart zu haben, einfach nicht mehr so viel schrauben an Kette Vergaser usw. wie bei einem 100er Kart.

Hier beginnt dann auch der Baubericht des RD-Kart!


Das Chassis

Nun ging die Sucherei nach einem Schaltkartchassis los. Es sollte ein Chassis so komplett wie möglich sein, nur eben ohne Motor. Es wurde wieder das ganze Internet durchsucht aber als beste Adresse stellte sich ebay heraus. Es wurde ein Allkart-Chassis zum Preis von 250€ gefunden aber leider waren es 350km zu fahren, aber egal, man muss auch Opfer bringen.



Der Motor

Nachdem jetzt ein Chassis da war konnte die Arbeit immer noch nicht beginnen, es fehlte noch die Antriebseinheit und das stellt sich dann auch schon die Frage was für ein Motor verbaut wird, 2-Takter oder 4-Takter? 1 Zylinder 2 Zylinder oder 4 Zylinder? Wie viel Hubraum?
Also wurde wieder das Internet befragt und schnell stellte sich heraus, dass es ein 2 Zylinder, 2-Takter sein soll. Als wir so im Internet stöberten stießen wie auf die Seite von Manfred (www.kart-mal-anders.de). Da haben wir sehr viele nützliche Tipps gefunden, und haben dann entschlossen auch einen Yamaha RD Motor zu verbauen. Aber die 49PS waren zu wenig und deshalb haben wir und für den Motor von der RD 350 YPVS 59PS entschieden. Der Motor war aber noch in einem Motorrad eingebaut, also wurde für 311€ das ganze Motorrad gekauft. Leider war es nicht fahrtüchtig. Der Verkäufer meinte, dass es an dem sehr schwachen Zündfunken liegen müsste. Als wir das Motorrad zuhause hatten, wurde erst mal versucht es zu starten und es ging nicht. Es war kein Zündfunke vorhanden. Wir dachten schon, dass es ein größeres Problem sei aber bei näherem hinschauen fiel uns auf das der Zündverstärker fehlt. Dann wurde von einem Kumpel die RD ausgeliehen und dann der Zündverstärker zu Testzwecken ausgebaut (an dieser stelle noch mal vielen dank an Jochen). Der Zündverstärker wurde bei uns eingebaut und man glaubt es kaum 3 mal treten und der Motor lief. Nun hatten wir einen Motor für das Kart und er kann ausgebaut werden. Der Rest des Motorrads wird in alle Einzelteile zerlegt und bei ebay verkauft. So hat uns der Motor nur 20€ gekostet.


Der Motorhalter

Nachdem der Motor ausgebaut war durfte er sich das erste Mal mit seinem neuen Arbeitsplatz vertraut machen und eine runde probe sitzen. Als die Position des Motors festgelegt war, machten wir uns gedankten über die Konstruktion das Motorhalters. Auch hier fanden wir nützliche Tipps im Internet bei Manfred von Kart-mal-anders.de aber auch bei Achim von schwabenkart.de.

Das ist der 1. Versuch das hinteren Motorhalter der sich nachher als zu schwach heraus stellen sollte aber dazu später mehr. Der Halter ist aus 15mm x 15mm Vierkantmaterial. Oben wurden noch 2 Laschen angeschweißt die zur Befestigung am Motor dienten.


















Der Motorhalter vorne besteht aus dem Klemmbacken und einem 30mm x 30mm Vierkant und zwei 15mm x 15mm Vierkant und einem Querträger an dem die Haltelaschen für den Motor angeschweißt sind. Aber auch der Vordere Motorhalter sollte sich nachher als zu schwach herausstellen.


Einbau Motor

Nachdem der vordere und der hintere Motorhalter fertig waren, war es an der Zeit dem Motor seinen neuen Arbeitsplatz zu zeigen.



Der Kühler

Ein guter Rennmotor will natürlich auch gut gekühlt werden, deshalb wurde ein etwas größerer Kühler verbaut wie an einem normalen Kart. Und damit das Ding auch optisch was her macht entschieden wir uns für einen gebogenen Kühler.

Bei den ersten Haltern für den Kühler wurde der Kühler einfach starr verschraubt und es wurde nicht bedacht das es bei einem Kart doch erhebliche Vibrationen gibt.
Nachdem die ersten Haltelaschen fast abgerissen waren wurde an den Haltern noch Silentblöcke verbaut damit der Kühler ein bisschen schwingen kann.
Aus Fehler lernt man eben und glaubt mir wir haben viel gelernt beim Kartbau.





















Der Auspuff

Nun hatten der Motor und der Kühler seinen Platz und es konnte mit dem Auspuff begonnen werden. Wir wussten zwar, dass der Auspuff bei einem 2-Takter sehr wichtig ist, aber das man auch so viel falsch machen kann hatte keiner gedacht. Da wir unseren Zylinder nicht um 180° drehen konnten wie bei anderen RD Karts, und der Auspuff somit um den ganzen Motor musste, beschlossen wir einen Krümmer selbst zu bauen. Nachdem das Rohrmaterial besorgt war, wurden die Flansche des Originalauspuffs abgesägt und der Krümmer aus Rohrstücken zusammen gestückelt. Als Schalldämpfer sollten 2 Auspuffe von einem 100er Kart verbaut werden. Es stellte sich nachher heraus, dass der Krümmer zwar gut aussieht, aber nichts bringt.

















Vergaser

Für die ersten Fahrten haben wir noch die original Vergaser benutzt. Wir haben zwar schon gehört, dass es auf der Kartbahn nicht richtig funktionieren soll, aber für den ersten roll out wird es schon gehen.






















Die Elektrik

Nun wurde das Kart verladen um es nach Oberstenfeld zu bringen. Dieter Götz hatte uns zugesagt uns mit der Elektrik zu helfen. Wir haben uns im Internet bei Hartmut’s RD-Seite einen Schaltplan der RD besorgt. Als erstes wurde geschaut was wir von den Steuergeräten brauchen und was nicht. Nun wurden die Leitungen die wir brauchen mit einem Textmarker eingezeichnet. Als nächstes wurde ein Platz für die Steuergeräte gesucht und dann konnte es schon losgehen mit Kabelziehen. Es sollte ein Schalter am Lenkrad sein um die Zündung ein und aus zu schalten. Und Natürlich wurde dann auch eine Lampe für den Leerlauf angebracht. Nachdem wir dachten es ist alles dran, wurde versucht das Kart zu starten. Man glaubt es kaum aber zweimal treten und der Motor lief. Wir hatten aber die Schalldämpfer nicht verbaut und so war es sehr laut, als wir das Kart mit dem Schalter am Lenkrat ausmachen wollten, tat sich nichts. Jetzt kam schon ein bisschen Panik auf, aber Daniel zog schnell die Zündkerzenstecker ab und das Kart war aus. Es wurden noch ein paar Kabel gezogen und nach einem erneuten Test ging dann auch der Ausschalter.













Natürlich wurde auch der analoge Drehzahlmesser den wir bei ebay ersteigert hatten nicht vergessen einzubauen. Auch zu sehen der ein aus Schalter und die Neutralleuchte.



















Die letzten Kleinigkeiten vor der ersten Fahrt

Auch die Hinterachse blieb von den Umbauarbeiten nicht verschont. Das hintere Ritzel, das bei der Firma Mädler in den Größen 17, 19 und 21 bestellt wurde, brauchte auch einen neuen Platz, da die Position des Ritzels von einem Schaltkart und eines 100ers nicht passend sind für den RD Motor. Das neue Ritzel wurde zwischen den 2 rechten Achslagern angebracht, es musste auch noch ein Nut für das neue Ritzel gefräst werden.
Die Halterung für die Batterie wurde hinter den Sitz an den Rahmen geschweißt.

















Jetzt fehlt nur noch das Schaltgestänge und die erste fahrt kann kommen. Der Schalthebel der RD wurde umgearbeitet und eine Stange angebracht die zum Schalthebel geht.























Die erste Fahrt

Nun war es endlich soweit, die erste Testfahrt stand auf dem Programm. Nach der Arbeit trafen wir uns bei Daniel, das Kart wurde auf den selbstgebauten Anhänger verladen und ein paar Ersatzteile wie Kabelbinder und etwas Werkzeug für schnelle Reparaturen eingepackt. Als Teststrecke wurden bei und die Weinberge gewählt, da man da schön im Kreis fahren kann.
Dort angekommen wurde das Kart abgeladen und gestartet. Die ersten 3 Runden wurden langsam begonnen um den Motor etwas warm zu fahren. Dann konnte auf der geraden versucht werden was das Kart so drauf hat, also mal kräftig Gas gegeben und es ging schon richtig gut voran (dachten wir). Nach einigen Einstellversuchen am Vergaser aber ohne großen unterschied, stellten wir und die Frage, ob das echt alles sei? Das RD Motorrad ging schon ein bisschen besser obwohl es schwerer war. Wo war also unser Fehler?
Es wurde wieder das Internet durchsucht. Als wir dann ein Bild an Manfred schickten und ihn fragten ob er uns einen Tipp geben kann, sagte er gleich das das mit dem Auspuff nicht gehen kann da ein 2-Takter ein Konus und einen Gegenkonus braucht, das habe was mit Spülung und Umkehrspülung zu tun. Also musste der original Auspuff angepasst werden.


Auspuff der 2. Versuch

Nun wurden die 2 original Abgasanlagen zur Hand genommen und die Länge des Krümmers bis zum Anfang des Konuses ermittelt, da wir die Auspuffanlage so gut es ging nachbauen wollten, aber trotzdem passen musste für das Kart. Nun wurden die selbstgebauten Krümmer auf die Länge des original Krümmers abgesägt.

Auch die originalen Krümmer wurden von der Auspuffanlage entfernt. Jetzt wurde die Auspuffanlage in der Mitte aufgesägt und ein Blechkeil eingeschweißt damit wir einen schönen Bogen bekamen. Der Blechkeil wurde so schmal wie möglich gehalten um nicht zu viel Leistung zu verlieren. Es wurde noch ein Stutzen angeschweißt damit wir beide Auspuffe miteinander Verschrauben konnten. Nun war das Kart bereit für die 2. Probefahrt.




















Die 2. Probefahrt

Jetzt wurde das Kart wieder verladen und in die Weinberge zu unserer Teststrecke gefahren. Das Kart wurde wieder 3 Runden warm gefahren. Als wir dem Kart auf der Geraden freien Lauf ließen, ging das Ding los wie von der Tarantel gestochen und vor lauter schreck vergas ich den nächsten Gang einzulegen. Ich schrie nur „Dani das ist so geil, fahr du mal!“ Er fragte nur ob es besser geht wie davor, ich sagte nur „versuch es“. Nach der ersten Runde sagte er auch das ist ja nur geil. Als wir noch ein paar Runden gefahren sind war die Kette verdächtig locker. Nach der ersten Sichtkontrolle war schnell klar, dass es der Motorhalter nicht überlebt hat.


Nun musste ein neuer Motorhalter gebaut werden und dieses Mal sollte er etwas stabiler werden. Die Klemmbacken wurden von dem ersten Motorhalter übernommen. Dann wurden die Klemmbacken unter eine 5mm Stahlplatte geschweißt. Die Motorhalter wurden mit Winkeleisen gebaut und mit Vierkantmaterial abgestützt. Mit diesem Motorhalter fahren wir noch heute und haben keine Probleme.


Erster Ausritt auf der Kartbahn

Nachdem der Motorhalter jetzt hielt und der Motor seine volle Leistung hatte (in den Weinbergen) war es jetzt an der Zeit, das Kart auf einer richtigen Kartbahn zu testen. Als geeignet erschien uns Liedolsheim, da wir da ja schon sehr oft mit den 100er Karts waren. Zur Sicherheit wurden noch die zwei 100er Karts mitgenommen damit wir was zum fahren hätten, wenn das RD-Kart nicht richtig gehen sollte. Nun wurden zwei Karts auf den Anhänger geladen und ein Kart und das ganze Equipment wurde in Daniels Auto verstaut. In Liedolsheim angekommen wurde alles ausgeladen und das RD-Kart startklar gemacht. Nachdem zwei Runden gefahren waren konnte das Gaspedal mal voll durchgetreten werden, und siehe das das Kart ging los wie die Sau, aber in den Kurven verschluckte sich der Motor ab und zu. Es wurde versucht das Problem über Einstellarbeiten am Vergaser und Umbau der Spritversorgung in den Griff zu bekommen. Aber nach einem halben Tag vergeblicher mühe das Kart einzustellen, wurden die 100er Karts startklar gemacht, damit wir noch bis zum Feierabend im Renntempo um den Kurs pfeifen konnten. Aber im Großen und Ganzen war die Testfahrt ganz ok, da nichts kaputt ging.


Die nächsten Umbauten

Da es sehr schwer ist einen gebrauchten Membranvergaser zu finden, mussten die originalen Vergaser so präpariert das wir damit fahren können. Also wurde der Rücklauf so weit geöffnet das das immer genug Sprit im Vergaser ist. Jetzt hatten wir aber das Problem das manchmal zu viel Sprit da ist und das Benzin aus dem Vergaserüberlauf kam. Was nun, wir konnten doch nicht einfach das gute Benzin auf der ganzen Kartbahn verteilen. Also musste ein Behälter angebracht werden der das Benzin auffängt. Wir hatten ja noch den Kühlwasserausgleichsbehälter der RD und der wurde am Motorhalter fest gemacht. Dann wurden 2 Benzinschläuche von den Vergaserüberläufen zum Auffangbehälter angebracht.


Der 2. Ausritt auf der Kartbahn

Nachdem die Umbaumaßnahmen abgeschlossen waren, wurde die 2. Testfahrt geplant. Dieses mal wollten wir aber nur mit dem RD-Kart gehen, und auch nur nach Walldorf. An der Kartbahn angekommen, wurde der Platz bezogen und angefangen das Kart Startklar zu machen. Da kam auch schon einer von der Bahnaufsicht zu uns, und wir dachten das er uns mit unserem Eigenbau nicht fahren lassen würde. Aber wie sich herausstellte war er nur sehr interessiert was wir da gebaut haben, und wurde an diesem Tag zu unserem größten Fan.

















Nach einigen Runden hatten wir eine brauchbare Abstimmung, und das mit dem Überlaufbehälter funktionierte auch. Es gab nur ein kleines Handikap, nach der langen geraden und dann in der Spitzkehre, da stotterte der Motor immer ein bisschen, aber damit konnten wir leben. So kam es dann das wir eine schnelle Runde nach der anderen fuhren. Nur der Grip der Reifen lies zu wünschen übrig, besonders auf der Vorderachse. Nachdem die Reifen dann so aussahen wie auf dem Bild, wurden dann doch mal zwei neue aufgezogen. Unser Fan von der Bahnaufsicht dachte schon wir wollen heim gehen und er meinet er wolle uns auf jeden fall noch mal fahren sehen, aber wir konnten ihn damit beruhigen, dass das nur ein Reifenwechsel sei. Nach dem Reifenwechsel war das Fahrverhalten um Welten besser. Uns somit war es eine sehr gelungene Testfahrt.















SBT 2004

Den Bericht zum SBT 2004 findet ihr unter Events.


Vergaser Teil 2

Nach dem SBT 2004 wurde sich auf die Suche nach einem Membranvergaser gemacht. Es wurden unzählige Quellen im Internet ausgemacht, aber ein Membranvergaser war sehr schwer, bis gar nicht zu finden. So kam Daniel auf die Idee sich bei ebay Amerika umzuschauen. Man glaubt es kaum, schon nach ein paar Tagen wurden wir fündig. Es mussten noch 3 Tage gewartet werden bis die Auktion zu ende war, aber das ein Weltweiter Versand möglich war stimmte uns schon sehr zuversichtlich. Wir bekamen doch tatsächlich den Zuschlag für den 400er Kawa Jetski Membranvergaser, und mit Versand hat uns das Teil dann ca.40€ gekostet. Nun musste eine 1 in 2 Ansaugbrücke gebaut werden, was auch noch einige Zeit in Anspruch nahm.
Die Ansaugbrücke wurde aus 2 Rohrbögen gefertigt. Es wurden 2 Flansche angeschweißt, die dann an den Zylinder geschraubt wurden. Die Rohre wurden nicht nur außen Verschweißt sondern auch innen, und dann schön verschliffen damit es nicht so viele Verwirbelungen gibt.


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